Künstliche Intelligenz, neue Angriffskanäle und gezielter Identitätsdiebstahl verändern die Bedrohungslage im digitalen Raum grundlegend. Diese Entwicklungen sollten Sie kennen.

Was früher leicht als Betrug erkennbar war, ist heute oft täuschend echt – und damit deutlich gefährlicher. Folgende Entwicklungen stechen derzeit besonders heraus und betreffen Privatpersonen direkt.

Wenn Betrug plötzlich echt wirkt

Cyberkriminelle setzen zunehmend auf künstliche Intelligenz, um Angriffe perfekter und glaubwürdiger zu gestalten. Ein besonders perfides Beispiel sind sogenannte Deepfake-Betrugsmaschen: Dabei erhalten Opfer etwa einen Anruf von einer vermeintlich bekannten Person – einem Familienmitglied oder ihrer Bank – obwohl es sich in Wahrheit um eine künstlich erzeugte Stimme handelt.

Gleichzeitig haben sich auch klassische Phishing-Mails stark verändert. Dank KI sind sie heute grammatikalisch korrekt, individuell formuliert und oft perfekt auf die jeweilige Person zugeschnitten, sodass sie kaum noch als Betrug erkennbar sind.

Für Privatpersonen bedeutet das: Das bisherige Bauchgefühl funktioniert immer schlechter. Vertrauen allein reicht nicht mehr – auch scheinbar echte Kontakte sollten kritisch hinterfragt werden.

Angriffe über mehrere Kanäle

Cyberangriffe beschränken sich längst nicht mehr auf E-Mails. Stattdessen nutzen Kriminelle ganze Angriffsketten über verschiedene Plattformen hinweg – von Kurznachrichten über Social Media bis zu gefälschten Webseiten. Ein aktueller Trend sind sogenannte Multi-Channel-Scams: Ein Angriff beginnt beispielsweise mit einer SMS, führt über einen Link auf eine gefälschte Website und endet in einem Chat oder einer Zahlungsaufforderung. Auch QR-Code-Phishing und täuschend echte Alltagsmeldungen – etwa zu Abos, Lieferungen oder Rechnungen – nehmen deutlich zu.

Betrüger nutzen also vermehrt gezielt Alltagssituationen. Jeder Kanal – vom Briefkasten bis zur Messenger-App – kann zum Einstiegspunkt für einen Angriff werden.

Identitätsdiebstahl: Gesicht und Stimme im Visier

Neben Passwörtern rücken zunehmend biometrische Daten wie Gesicht, Stimme oder Verhalten in den Fokus von Cyberkriminellen. Ein Trend sind Fake-Jobangebote oder vermeintliche Video-Interviews, bei denen Opfer unbewusst Gesichts- und Sprachdaten preisgeben. Diese Informationen lassen sich später nutzen, um Sicherheitsmechanismen zu umgehen – etwa bei Banken oder Online-Konten. Das Problem: Im Gegensatz zu Passwörtern lassen sich gestohlene biometrische Daten nicht austauschen und sind damit praktisch für immer verloren.

Parallel dazu steigt die Nutzung sogenannter synthetischer Identitäten, also künstlich erzeugter Personenprofile, die für Betrug eingesetzt werden.

Cyberangriffe werden raffinierter, nicht offensichtlicher

Die aktuellen Entwicklungen zeigen vor allem eines: Digitale Vorsicht muss zur Gewohnheit werden. Bleiben Sie informiert und sensibilisieren Sie auch Familie und Freunde – denn moderne Cyberangriffe zielen nicht mehr nur auf Systeme, sondern vor allem auf Menschen.

Praktische Tipps zum Schutz

  • Unbekannte Nachrichten oder Anrufe immer über offizielle Kanäle verifizieren
  • Keine Links, Dateianhänge oder QR-Codes aus unerwarteten Nachrichten öffnen
  • Persönliche Daten sparsam weitergeben
  • Bei Zeitdruck oder emotionalen Appellen besonders vorsichtig sein
  • Sicherheitsfunktionen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung oder Passkeys konsequent nutzen

Im Betrieb greift dieselbe Logik, nur mit höherem Einsatz. Wie sich ein Team darauf vorbereiten lässt, steht auf unserer Seite zu den Security Trainings; die technischen Massnahmen dahinter finden Sie unter IT-Sicherheit.